reflections

Frohes Neues Jahr, viel Gesundheit und alles Gute

Wer hätte heute vor einem Jahr gedacht, dass 2008 für uns so abläuft? So beinahe durchwegs positiv?


Wir heute zu dritt sind? Vor allem daran habe ich nicht so wirklich geglaubt, an irgendwann ja, aber wirklich an 2009? Erst das schlechte Spermiogramm von meinem Mann, dann mein viel zu hoher Schilddrüsenwert und dann das zweite schlechte Spermiogramm mit den Aussagen vom Urologen „es könnte auf natürlichem Weg klappen – oder auch nicht.... es gäbe ja noch Reagenzglas“. Was war ich fertig nach diesen Diagnosen, habe daheim erst einmal geheult und hatte eigentlich auf ein 2009-Baby keine Hoffnung mehr...

Um meine ganze Energie dann ins Studium stecken zu können haben wir uns dann nach Wohnungen in der Nähe meines Studienortes umgesehen. Ich brauche ja über eine Std. um an der FH zu sein, mit Umzug wären es noch knapp 20min.. Vier Wohnungen haben wir uns angeschaut, bei der ersten haben wir einen Wisch ausgefüllt, dass wir sie gerne hätten. Die zweite war uns zu „langweilig“ und die dritte die reinste Bruchbude (sie steht auch heute noch leer). Die vierte dagegen meine absolute Traumwohnung – 3Zimmer, Parkettboden, große Dachterrasse (ein Traum, wir haben hier zwar 3,5Zimmer, aber keine Terrasse o.ä.), extra Waschraum, hohe Wände, Altbau. Perfekt.

Perfekt war aber auch der Schwangerschaftstest einen Tag vor der Unterschrift. Er war positiv, ich bin schwanger. Wahnsinn. Die Wohnung wurde gestrichen, wir bleiben hier, vor allem da ich ohnehin erst einmal ein Jahr daheim bleibe und erst danach weiterstudiere, wir hier keine Miete zahlen müssen etc.. Wir konnten es nicht wirklich fassen, glauben und waren einfach nur noch außer uns vor Freude und spätestens als man das Herzchen schlagen sah kamen wir aus dem Dauergrinsen nicht mehr raus. Die ganze Verwandtschaft hat sich bei der Verkündung mit uns gefreut, kein einziger war negativ gestimmt. Ja, am meisten haben mich da meine Eltern überrascht zu denen seit Jahren das Verhältnis eher bescheiden war, unter Tränen wurde uns mitgeteilt, dass es ihnen leid tut und sie gerne wieder mehr Kontakt hätten, den wir jetzt auch haben. Wir verstehen uns besser den je, telefonieren mind. einmal die Woche und sehen uns mindestens genauso oft. Die Schwangerschaft verlief ohne größere Probleme, ja mir war bis zur 20.Woche schlecht, aber ich wollte es ja so. Und kaum war die Übelkeit vorbei wurde ich für 3Wochen aus dem Verkehr gezogen, da ich leichte Vorwehen hatte.

Natürlich zeitgleich zu meinen ganzen Prüfungsstress und dann kam auch noch mein Augenproblem hinzu. Ich bekam vom einen auf den anderen Tag meine Kontaktlinsen nicht mehr rein, bekam dann sofort feuerrote Augen. Mein Optiker redete von Bindehautentzündung und meinte ich solle mir aus der Apotheke was dagegen holen - wäre ich nicht schwanger gewesen hätte ich unter Umständen jetzt kein Augenlicht mehr. Mich rettete meine Schwangerschaft, eine Bindehautentzündung war es nämlich nicht. Nach einem Ärztemarathon von 2 am nächsten Tag und einem Uniklinikbesuch später wusste ich: Durch die Schwangerschaft bekam ich trockenere Augen, so dass Blutgefäße an der Hornhaut zu sprießen anfingen und ich am linken Auge nur noch 25% sehen würde, der Rest ist schon zugewachsen. Während mir der erste Arzt beinahe Blindheit diagnostiziert hat (und das einer schwangeren Frau, die sich schonen soll), waren die Profs in der Uniklinik dann schon optimistischer eingestellt: jede Std. Augentropfen rein und auch sonst, wenn sich die Augen trocken anfühlen, Finger weg von Kontaktlinsen (war für mich klar, das Thema Linsen ist lebenslänglich abgehandelt). Zwei Wochen später sah man schon eine deutliche Verbesserung und der Prof war sehr zufrieden, nun muss ich nur Anfang dieses Jahres noch einmal hin zur Kontrolle. Und dann konnte ich auch das Thema lernen wieder optimistischer angehen – ich hatte zwar nur noch knapp eine Woche bis zur ersten Prüfungen, habe aber doch alle 6Prüfungen und die Hausarbeit geschafft - okay Erziehungswissenschaften eher knapp mit 4,0, aber mir kam es wirklich nur noch aufs Bestehen an.

Nach den Prüfungen konnte ich, wenn ich nicht gerade 10Stunden bei meinem Mann im Laden mitgearbeitet habe, die Schwangerschaft wirklich geniesen. Und die Mitarbeit bis zum Ende der Schwangerschaft hat mir auch gezeigt: Es war richtig ihn den Laden machen zu lassen, er lief immer besser und er blüht dabei richtig auf.

Am 12.11.2008 wurde unser Wunder geboren und gerade dieser Sonnenschein liegt auch neben mir und schläft. Sie ist so ein Schatz, auch wenn die erste Zeit nicht gerade leicht war. Sie hängt auch heute oft noch den ganzen Tag an mir, schläft meist nur bei mir im Bett und schreit viel, ist stark von Blähungen geplagt. Aber wir kriegen das immer besser im Griff und spätestens wenn sie einen anlächelt ist eh alles vergessen

Leider starb auch meine Uromi, bei der ich die ersten 3Jahre jeden Vormittag war. Ich habe sie ewig vorher nicht mehr besucht, ich habe es nicht ertragen sie so hilflos im Bett liegen zu sehen und auch zeitlich nicht hinbekommen. Aber sie starb mit dem Wissen, dass die Motte nach ihr benannt wird und sie freute sich darüber, sie ahnte auch am Sonntag noch, dass es bald mit ihr vorbei sein wird. In der Nacht ist sie friedlich eingeschlafen. Der Verlust schmerzt auch heute noch, aber ich bin mir sicher, dass sie im Himmel gut auf uns alle und vor allem auf die Motte aufpassen wird. Danke, Omi für alles!!

Und so kann ich sagen: Ja, 2008 war voll und ganz unser Jahr! Mal sehen was nun 2009 so mit sich bringt.

1.1.09 11:56

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